Schwarzenbergstr. 17 • 83075 Bad Feilnbach • Tel.: 08066 88368–0 • Fax: 08066 88368–99

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Das Angebot Langzeittherapie in Haus 1


Die Fachklinik Alpenland kann aufgrund ihrer Größe ein sehr umfangreiches und spezialisiertes Rehabilitationsprogramm in mehreren Fachabteilungen anbieten. Durch hochfrequente und regelmäßige interdisziplinäre Team- und Fallbesprechungen, gemeinsame Visiten und Zwischenbilanzierungsgespräche verfügt sie aber auch über die geeigneten engmaschigen Strukturen, um die interdisziplinäre Zusammenarbeit zugunsten der individuellen Zielerreichung der Rehabilitanden abzustimmen. Wesentliche Bestandteile des interdisziplinären Rehabilitationsprogramms sind:

• Die medizinische Versorgung:
Nach einer ausführlichen Diagnostik wird mit den Rehabilitanden ein individueller medizinischer Rehabilitationsplan besprochen. In der Folgezeit wird der Gesundheitszustand der Rehabilitanden engmaschig begleitet. Notwendige Behandlungen werden eingeleitet, überwacht und fortgeführt. Das ärztliche Team besteht aus Fachärzten für Nervenheilkunde bzw. Psychiatrie und Psychotherapie, sowie für Allgemeinmedizin oder vergleichbaren Fachrichtungen mit Zusatzbezeichnung Suchtmedizin. Zusammen mit niedergelassenen Spezialisten können auch diffizile Fragestellungen wie z.B. Infektionskrankheiten, Zahnsanierungen und Schwangerschaften gut betreut werden. Es gibt eine tägliche Sprechstunde und 14-tägig finden ärztliche Visiten gemeinsam mit den Bezugstherapeuten der Rehabilitanden statt. Es besteht eine ärztliche Rufbereitschaft bei Nacht und am Wochenende.
Unterstützt und mitgetragen wird die medizinische Behandlung durch das erfahrene Pflegeteam (examinierte Krankenschwestern) bei Nacht und am Wochenende. Die Pflege berichtet morgens an das Team und in den Zwischenbilanzierungsgesprächen oder Fallbesprechungen und die Ärzte sind an allen regelmäßigen Besprechungen des therapeutischen Teams beteiligt.

• Die Psychotherapie:
Jeder Rehabilitand erhält, teilweise auf Basis der externen Vorbefunde, bereits bei Aufnahme einen Bezugstherapeuten zugeteilt. Nach einer ausführlichen Anamnese wird zusammen mit den Rehabilitanden eine erste individuelle Zielplanung erstellt, die in den individuellen Behandlungsplan einfließt. Wichtig ist der zügige Aufbau einer tragfähigen therapeutischen Beziehung. Neben der regelmäßigen einzeltherapeutischen Sitzung findet ein großer Teil der Behandlung auch im Gruppensetting statt. (Siehe generellen Wochentherapieplan). Dabei soll die Kleingruppengröße bei Alkoholabhängigen 12 Rehabilitanden und bei Drogenabhängigen 8 Rehabilitanden nicht überschreiten. Die Bezugstherapeuten der Kleingruppen bestehen aus Psychologen und Sozialpädagogen, wobei im Regelfall ein Psychologe und ein Sozialpädagoge zusammen ein therapeutisches Team (Co-Therapeutensystem) für zwei Kleingruppen bildet. So ist die Psychotherapie von Anfang an interdisziplinär ausgelegt, die Co-Therapeuten vertreten sich im Urlaubs- oder Krankheitsfall nahtlos. Die Psychologen sind teilweise tiefenpsychologisch und teilweise verhaltenstherapeutisch orientiert, die Sozialpädagogen sind Sucht- oder Familientherapeuten (in/mit von der DRV anerkannter Weiterbildung). Sie sind an allen regelmäßigen Besprechungen beteiligt.

• Die therapeutische Sozialarbeit:
Der Sozialdienst ist personell und zeitlich schwerpunktmäßig in die Psychotherapie (Co-Therapeutensystem) integriert und wird überwiegend von Sozialpädagogen geleistet. Ziel ist es, den Rehabilitanden akut zu helfen und gleichzeitig zu befähigen umfangreiche Probleme mit Ämtern, Gläubigern und Behörden in Zukunft auch selbständig lösen zu können. Hierzu dienen auch entsprechende Computerarbeitsplätze an denen die Rehabilitanden unter Anleitung ihren Schriftverkehr üben können. Für zeitintensive Fälle und Schuldnerberatung hält die Klinik noch separate Sozialdienst-Sprechstunden vor.

• Die Ergo- und Kreativtherapie
In der Ergotherapie erfolgt die erste diagnostische Einschätzung (Assessment) der Rehabilitanden bezüglich ihrer basalen Grundfertigkeiten (Ausdauer, Konzentration,...) und damit der Arbeits- und Belastungsfähigkeit. Im weiteren Verlauf können hier die Rehabilitanden unter Anleitung üben, wieder einen Zugang zu ihrer Kreativität und ihrer Gefühlswelt zu finden. Hierfür werden die unterschiedlichsten Materialien der Kunst- und Gestaltungstherapie, sowie der Musik- und Tanztherapie bereitgehalten. Auch in Phasen der körperlichen oder psychischen Dekompensation während der Therapie können die Rehabilitanden in ärztlicher Rücksprache in der Ergotherapie überbrückend behandelt werden. Die Ergotherapie wird von Ergotherapeuten geleitet und durch interne Kunst-, Musik- und Tanztherapeuten unterstützt. Die Ergotherapeuten sind integraler Bestandteil des therapeutischen Teams und nehmen an allen Besprechungen teil.

• Die Arbeitstherapie
Die Arbeitstherapie ist ein Schwerpunkt der Fachklinik Alpenland und unterhält u.a. eine moderne Großküche, eine Schreinerei mit Maschinen- und mehreren Bankräumen, eine Metallwerkstatt, eine Fahrradwerkstatt, eine Wäscherei, eine Maler/Maurer- und eine Haustechnikabteilung, die Gärtnerei und ein Lehrbüro am Empfang. Das Team der Arbeitstherapie wird von Sozialpädagogen und den Ergotherapeuten geleitet und beschäftigt unter anderem mehrere Köchinnen, eine Hauswirtschafterin, einen Schreiner, einen Schlosser und Installateur, sowie saisonal unterstützend, eine Gärtnerin.

• Die Sport- und Bewegungstherapie sowie Rekreationstherapie
Die Sport- und Bewegungstherapie bietet unter ärztlicher Kontrolle eine fachgerechte Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit an und / oder dient gleichzeitig dem erholsamen körperlichen Ausgleich des Therapieprogramms (Rekreation). Hierzu dienen Entspannungsverfahren, leichte Fitness, Gymnastik, Nordic Walking, Rückenschule, Joggen oder Krafttraining, aber auch Gruppensportarten wie Fußball, Basketball oder Volleyball, Rückschlagsportarten wie Tischtennis oder Squash und Bergsportarten wie Mountainbiking und Skifahren.
Die Sporttherapeuten (Sportlehrer) sind integraler Bestandteil des Therapeutischen Teams und nehmen an allen Besprechungen teil.

• Die Erlebnispädagogik, Freizeit und Millieutherapie
Vor dem Hintergrund, dass sich die meisten Suchtmittelrückfälle in der Freizeit ereignen ist das Erlernen einer aktiven, erfüllenden Freizeitgestaltung zentraler Bestandteil der Therapie. In gemeinsamen erlebnispädagogischen Aktionen machen die Rehabilitanden soziale Erfahrungen, stärken die Gemeinschaft, bilden Vertrauen und erfahren die Natur. Hierzu dient die Freizeitgestaltung im Haus unter Begleitung des Pflegeteams, sowie regelmäßige geleitete Freizeiten in der Umgebung (Lesen und gezieltes Fernsehen, Spiele und Sport, Radfahren, Theater, Ausstellungen, Ausflüge und Museumsbesuche, gemeinsam Kochen und Essen, Schwimmen, Bergsteigen, Langlauf, Wandern,...).
Die Freizeitplanung und Gestaltung obliegt primär den Rehabilitanden unter Anleitung der Sporttherapeuten und wird am Wochenende und am Abend durch Therapeuten und das erfahrene Pflegeteam unterstützt und kontrolliert.

• Kognitives Training
In klinikeigenen Schulungsräumen können die Rehabilitanden nach ärztlicher Vorgabe und unter wissenschaftlicher Begleitung einer Psychologin spezielle computergestützte Kognitive Trainings zur Wiedererlangung und Steigerung der Gedächtnisfähigkeit (Arbeitsgedächtnistraining), zur Reduktion des Suchtdrucks und zur Reorganisation der suchtmittelbezogenen Aufmerksamkeitsverzerrung (BIAS) absolvieren.

• Spezielle arbeitsbezogene Leistungen
Unter Anleitung eines Sozialpädagogen finden in geeigneten Schulungsräumen regelmäßig spezielle arbeitsbezogene Leistungen, wie ein mehrtägiges modulares Bewerbungstraining statt. Es gibt die Möglichkeit für interne (mit Zertifikat der Handwerkskammer) und externe Belastungserprobungen (Praktika) und Sozialstundenabbau. Zielgruppe sind insbesondere Rehabilitanden mit besonderen beruflichen Problemlagen, d.h. die arbeitslos oder von Arbeitslosigkeit bedroht sind und einer beruflichen Neuorientierung bedürfen sowie Rehabilitanden der Adaptionsphase.

• Gesundheits- und Ernährungsschulungen
Alle Rehabilitanden durchlaufen eine Reihe von Gesundheitsschulungen, ergänzt durch Indikativgruppen, u.a. zu den Themen: Medikamente und Alltagsdrogen, Glücksspiel, Hygiene, Infektionskrankheiten und Sexualberatung, Umgang mit Stress, Konflikten und Schlafstörungen, Übergewicht und gesunde Ernährung, Raucherentwöhnung, Doppeldiagnosen. Die theoretischen Schulungen finden als Vorträge und Referate, die praktischen Übungen (z.B. für Diabetiker und Essstörungen) finden in der Lehrküche statt. Sie werden überwiegend von den Ärzten, Psychotherapeuten und der Diätassistentin durchgeführt. Für die Mutter-Vater-Kind Abteilung gibt es erweiterte bedarfsgerechte Angebote

• Entspannungsverfahren
Die Fachklinik Alpenland bietet verschiedene Entspannungsverfahren an, wie autogenes Training oder Progressive Muskelrelaxation. Die Entspannungsverfahren werden von den Sportlehrern, den Psychologen und den Ärzten angeleitet.

• Verantwortung üben - Rehabilitanden Mitverwaltung
Die Fachklinik Alpenland unterhält ein eigenes Programm für Rehabilitanden in der Coachingphase, die Organisations-Mitverwaltung, kurz „Orga“. Hier können Rehabilitanden unter fachlicher Anleitung Verantwortung in verschiedenen Bereichen der Organisation der Klinik üben. Ziel ist es, ohne Druck schrittweise wieder Selbstvertrauen zu gewinnen, Fehler machen zu dürfen, sowie das richtige Maß an Nähe und Distanz, an Kontrolle und Vertrauen zu üben.

• Indikationsgruppen
Die indikationsgruppen finden in der Regel über eine definierte Zeit im versetzten Wechsel statt. Teilweise werden sie auch nach Bedarf verstärkt oder gekürzt. Sie werden von Mitgliedern des therapeutischen Teams und externen Partnern angeboten (Ärzte, Psychologen, Sozialpädagogen, weltoffene Seelsorger, Ergotherapeuten und Pflegekräfte). Die Indikationsgruppen sind teilweise geleitet von den Interessen der Rehabilitanden, teilweise aber auch vereinbarter Bestandteil und Maßnahme im Rahmen des individuellen Behandlungsplanes.

Themen sind u.a.:

  • Frauenthemengruppe
  • Rehabilitanden Organisations-Mitverwaltung, „Orga“
  • Raucherentwöhnkurs
  • Psychose-Infogruppe
  • Genusstraining
  • Akupunktur
  • Skilltraining für emotional instabile Rehabilitanden (DBT)
  • Spezielle Rückfallprophylaxe
  • Philosophieexkurs und Seelsorge „Gott und die Welt“
  • Verkehrsmedizinische Beratung (MPU)
  • Schuldnerberatung
  • Analytische Gruppe
  • Justizgruppe (§35)

und andere Gruppen im Wechsel...